đŸ› ïž GTA Vice City lĂ€uft nativ auf der Wii – beeindruckender reVC-Port veröffentlicht

Die Wii bekommt einen weiteren beeindruckenden Klassiker als nativen Homebrew-Port. Grand Theft Auto: Vice City lĂ€uft inzwischen direkt auf Nintendos Konsole – ohne dass dafĂŒr die ursprĂŒngliche PC-Version ĂŒber einen Emulator ausgefĂŒhrt werden muss.

Möglich macht dies ein neuer Port auf Basis von reVC, der vollstĂ€ndig reverse-engineerten Engine von GTA Vice City. Der Wii-Build ist Teil eines Projekts, das ursprĂŒnglich fĂŒr die Nintendo GameCube-Hardware entwickelt wurde und dabei bewusst die sehr begrenzten Ressourcen der alten Nintendo-Plattform berĂŒcksichtigt.

Vice City auf der Wii

Der Port nutzt eine speziell angepasste GX-Rendering-Engine, die fĂŒr die Grafik-Hardware von GameCube und Wii entwickelt wurde. Texturen werden bereits vor dem Start in native Formate wie CMPR und RGB5A3 umgewandelt.

Auch die Speicherverwaltung wurde speziell auf die EinschrÀnkungen der Hardware zugeschnitten. Statt die QualitÀt der Original-Assets zu reduzieren, setzt das Projekt auf Streaming und gezieltes Auslagern von Daten.

Damit wird Vice City nicht einfach emuliert, sondern die rekonstruierte Spiel-Engine wird direkt fĂŒr die Nintendo-Hardware kompiliert und angepasst.

Die komplette Vice-City-Welt auf alter Hardware

Besonders bemerkenswert ist, dass der Port die ursprĂŒnglichen Spieldaten weiterverwenden kann. Modelle, Texturen und andere Assets werden aus der eigenen Vice-City-Installation ĂŒbernommen.

Das Projekt enthĂ€lt keine urheberrechtlich geschĂŒtzten Spieldaten. FĂŒr den Betrieb wird deshalb eine eigene, legal erworbene Kopie von GTA Vice City benötigt.

Auch die Wii-Version liest die benötigten Daten direkt von der SD-Karte. Der aktuelle Build kann ĂŒber den Homebrew Channel gestartet werden.

Auch mit Dolphin spielbar

Wer den Port zunĂ€chst am PC ausprobieren möchte, kann dafĂŒr Dolphin verwenden. Der Wii-Build lĂ€sst sich dort ebenfalls starten.

Auf einer echten Wii wird die erzeugte SD-Karten-Struktur auf eine FAT32-SD-Karte kopiert und anschließend die Datei reVC.dol als

apps/reVC/boot.dol

abgelegt. Danach kann Vice City direkt ĂŒber den Homebrew Channel gestartet werden.

GameCube als technische Grundlage

Interessant ist die enge Verbindung zwischen Wii- und GameCube-Version. Das Projekt wurde bewusst so entwickelt, dass es mit den extrem begrenzten Ressourcen des GameCube zurechtkommt.

Der verwendete Speicherrahmen liegt bei lediglich 24 MB MEM1 und 16 MB ARAM fĂŒr Audiodaten. Der Wii-Build verzichtet dabei ebenfalls auf den zusĂ€tzlichen Wii-spezifischen MEM2-Speicher, wodurch die Portierung besonders anspruchsvoll wird.

Aktuell funktioniert der Start von SD-Karte auf Wii und ĂŒber Dolphin. Ein direkt bootbares GameCube-ISO fĂŒr echte GameCube-Hardware befindet sich dagegen noch in Entwicklung.

Kein offizieller Rockstar-Port

Wie bei anderen re3/reVC-Projekten handelt es sich um ein inoffizielles Fan- und Homebrew-Projekt. Der Quellcode basiert auf der Reverse-Engineering-Arbeit von reVC und enthÀlt keine offiziellen Rockstar-Assets.

Das Projekt ist daher besonders fĂŒr Homebrew- und Retro-Fans interessant, die sehen möchten, wie weit sich die inzwischen fast 20 Jahre alte Nintendo-Hardware mit moderner Entwicklungsarbeit ausreizen lĂ€sst.

Fazit

GTA Vice City lĂ€uft nativ auf der Wii – und der technische Ansatz ist beeindruckend.

Anstatt die PC-Version einfach zu emulieren, wurde die rekonstruierte Vice-City-Engine fĂŒr die alte Nintendo-Hardware angepasst. Ein eigener GX-Renderer, optimierte Speicherverwaltung und die Konvertierung der Texturen in native Grafikformate ermöglichen es, Vice City von einer SD-Karte auf der Wii zu starten.

Damit zeigt das Projekt einmal mehr, welches Potenzial noch immer in der Wii- und GameCube-Homebrew-Szene steckt.

Download: reVC – GameCube/Wii auf GitHub