đŸ”„ [Switch 2] VollstĂ€ndiger Hack weiterhin nicht in Sicht – Community wartet auf den entscheidenden Durchbruch


Die Nintendo Switch 2 ist inzwischen seit ĂŒber einem Jahr auf dem Markt, doch auf einen vollstĂ€ndigen öffentlichen Hack der Konsole wartet die Homebrew-Community weiterhin.

Seit dem Start der Konsole wurden bereits zahlreiche Sicherheitsmechanismen untersucht und verschiedene Schwachstellen demonstriert. Von WebKit- und Userland-Exploits ĂŒber ROP-Techniken bis hin zu Untersuchungen der Hardware und möglicher EMFI-Angriffe gab es immer wieder Fortschritte.

Ein funktionierender Exploit bedeutet jedoch noch lange nicht, dass damit bereits eine Custom Firmware oder eine vollstÀndige Homebrew-Umgebung möglich ist.


Bereits zahlreiche SicherheitslĂŒcken untersucht

Die bisherigen Arbeiten zeigen, dass die Switch 2 keineswegs unangetastet geblieben ist.

Bereits im Juni 2025 wurde beispielsweise eine erste Videodemonstration einer Userland-Schwachstelle von David „retr0.id“ Buchanan veröffentlicht.

Im August 2025 folgte ein weiterer Userland-Exploit auf Basis von WebKit, der unter anderem beliebige Lese-/Schreibzugriffe und einen vcall ermöglichte.

Auch Sicherheitsforscher rund um die Switch-2-Szene untersuchten anschließend weitere Bereiche des Systems. Dazu gehörten unter anderem:

  • WebKit und Browser-SicherheitslĂŒcken
  • Userland-Exploits
  • ROP-Techniken
  • TLS-SicherheitslĂŒcken
  • Sicherheitsmechanismen wie PAC, CFI, BTI und XOM
  • DRAM- und EMFI-Glitching
  • die Kommunikation mit Switch-1-Systemen
  • LDN-Funktionen
  • die Hardware und das Mainboard der Konsole

Im Juli 2026 wurde schließlich auch ein Beispiel fĂŒr einen Userland-ROP-Exploit von Gezine demonstriert.


Warum der vollstÀndige Hack trotzdem schwierig bleibt

Der entscheidende Punkt: Zwischen einem funktionierenden Userland-Exploit und einer vollstĂ€ndigen Kontrolle ĂŒber die Konsole liegen mehrere weitere Sicherheitsstufen.

Nintendo setzt bei der Switch 2 auf eine wesentlich umfangreichere Kombination verschiedener Schutzmechanismen. Dazu gehören unter anderem Pointer Authentication (PAC), Control-Flow Integrity (CFI), Branch Target Identification (BTI) und Execute-Only Memory (XOM).

Diese Schutzmechanismen erschweren es, aus einem einzelnen Exploit einen vollstÀndigen System-Hack zu entwickeln.

Ein Userland-Exploit kann daher durchaus öffentlich demonstriert werden, ohne dass daraus unmittelbar eine Möglichkeit entsteht, beliebigen eigenen Code mit ausreichenden Rechten auszufĂŒhren oder eine Custom Firmware zu starten.


Auch Hardware-Forschung lÀuft weiter

Neben Software-Exploits untersucht die Szene weiterhin die Hardware der Switch 2.

Bereits 2025 wurden unter anderem mehrschichtige Scans des Switch-2-Mainboards veröffentlicht. DarĂŒber hinaus wurde die Möglichkeit untersucht, ĂŒber EMFI-Glitching des DRAM Sicherheitsmechanismen der Konsole zu beeinflussen.

Solche Untersuchungen sind besonders interessant, weil ein erfolgreicher Hardware-Angriff theoretisch einen Weg an bestimmten softwarebasierten Schutzmechanismen vorbei eröffnen könnte.

Ob daraus letztendlich ein öffentlich nutzbarer Exploit entsteht, ist allerdings weiterhin offen.


MIG Switch ist kein vollstÀndiger Switch-2-Hack

Auch der bekannte MIG Switch hat die Situation nicht grundlegend verÀndert.

Der Flash-Cartridge-Ansatz wurde 2025 zunĂ€chst nicht von der Switch 2 unterstĂŒtzt. SpĂ€ter wurde bekannt, dass MIG Switch mit bestimmten Switch-2-Konfigurationen und Firmware-Versionen auch auf der neuen Konsole eingesetzt werden konnte.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Hack der Switch-2-Firmware und auch nicht um eine Custom Firmware.

Nintendo reagiert zudem mit Maßnahmen gegen die Nutzung solcher Flash-Cartridges und hat in diesem Zusammenhang bereits Konsolen beziehungsweise Accounts gesperrt.


Die Community bleibt vorsichtig

Wie lange es noch bis zu einem vollstÀndigen Hack dauert, ist derzeit nicht seriös vorherzusagen.

Eine aktuelle Community-Umfrage zeigt allerdings, wie unterschiedlich die Erwartungen ausfallen.

Von den Teilnehmern rechnen:

28,08 % mit einem ersten Hack im Jahr 2026

28,73 % mit einem Durchbruch im Jahr 2027

Damit liegen 2026 und 2027 praktisch gleichauf.

Weitere 14,69 % erwarten den ersten Hack erst 2028. 5,69 % rechnen sogar mit einem Zeitpunkt nach 2030.

Interessant ist außerdem, dass 16,41 % der Teilnehmer ĂŒberhaupt keine EinschĂ€tzung abgeben möchten.


Firmware-Situation wird zunehmend wichtig

Unter den Besitzern der Switch 2 befinden sich inzwischen zahlreiche GerÀte auf aktuellen Firmware-Versionen.

Laut Umfrage nutzen 273 Teilnehmer (19,65 %) bereits Firmware 21.0.0 oder höher.

Weitere Nutzer befinden sich auf den Firmware-Bereichen 19.x und 20.x.

FĂŒr die zukĂŒnftige Homebrew-Szene könnte die Firmware-Version entscheidend sein, da bestimmte Exploits möglicherweise nur auf Ă€lteren Versionen funktionieren oder durch spĂ€tere Updates geschlossen werden.

Wer auf einen zukĂŒnftigen Hack wartet, sollte deshalb nicht ohne Grund auf die neueste Firmware aktualisieren.


Seit 2025 zahlreiche Fortschritte – aber noch kein Durchbruch

Die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt dennoch, dass die Sicherheitsforschung kontinuierlich voranschreitet.

2025 standen unter anderem WebKit, Userland, TLS, Hardware-Analysen und EMFI-Untersuchungen im Mittelpunkt.

2026 kamen weitere Untersuchungen hinzu, darunter mögliche Exploitketten in Spielen wie Mario Kart World und Splatoon 3, weitere Analysen von Browser und LDN sowie der demonstrierte Userland-ROP-Exploit von Gezine.

Zuletzt rĂŒckten die Schutzmechanismen PAC, CFI, BTI und XOM stĂ€rker in den Fokus.

Die einzelnen Puzzleteile werden also immer mehr – der entscheidende Schritt von einem einzelnen Userland-Exploit zu einer vollstĂ€ndigen Systemkompromittierung fehlt jedoch weiterhin.


Fazit

Die Switch 2 ist lÀngst nicht mehr die völlig unerforschte Plattform, die sie zum Marktstart war.

Im Gegenteil: Die vergangenen Monate haben zahlreiche interessante Forschungsergebnisse hervorgebracht. WebKit, Userland, ROP, Hardware-Glitching und die verschiedenen Schutzmechanismen der Konsole wurden bereits intensiv untersucht.

Trotzdem existiert bislang kein öffentlich verfĂŒgbarer, vollstĂ€ndiger Switch-2-Hack, der mit einer klassischen Homebrew-/CFW-Lösung vergleichbar wĂ€re.

Die aktuelle Community-Prognose sieht 2026 und 2027 als wahrscheinlichste ZeitrĂ€ume fĂŒr einen ersten grĂ¶ĂŸeren Durchbruch.

Ob die Szene tatsĂ€chlich noch in diesem Jahr den entscheidenden Schritt schafft oder Nintendo-Fans noch lĂ€nger warten mĂŒssen, bleibt damit eine der spannendsten Fragen der aktuellen Homebrew-Szene.