Im Rahmen der Retrocomputing-Szene stellte eine Konferenz auf dem FOSDEM 2026 das Projekt ngdevkit vor – ein freies und quelloffenes Entwicklungskit für die legendäre Neo Geo, die 2025 ihr 35-jähriges Jubiläum feierte.
Obwohl die Konsole von SNK im Laufe der Jahre stark reverse-engineered wurde, erlebt die Homebrew-Szene derzeit eine echte Renaissance. Zahlreiche neue Demos und bislang unveröffentlichte Spiele entstehen. Die vorhandenen Entwicklungswerkzeuge gelten jedoch oft als eingeschränkt: proprietär, abhängig von grafischen Oberflächen oder nur für bestimmte Systeme verfügbar. Zudem hat die angekündigte Neo Geo „2026“ das Interesse an der Kultkonsole erneut deutlich angeheizt.
Vor diesem Hintergrund entstand ngdevkit mit einem klaren Ziel: eine vollständig Open-Source-basierte, moderne und zugängliche Entwicklungsumgebung bereitzustellen – und zugleich zu zeigen, dass sich ein komplettes Neo-Geo-Spiel ausschließlich mit freien Werkzeugen entwickeln lässt.
Die Konferenz erläuterte die Grundlagen der C-Programmierung auf Neo Geo mit ngdevkit sowie die wichtigsten Komponenten des Kits. Es basiert auf bekannten Tools wie:
- GCC
- GNU Binutils
- newlib
- Small Device C Compiler
Zum Testen und AusfĂĽhren werden Emulatoren wie MAME und GnGeo verwendet. Das Debugging erfolgt ĂĽber GNU Debugger.
ngdevkit geht noch einen Schritt weiter und bietet eine Open-Source-Neuimplementierung des originalen Neo-Geo-BIOS mit kompatibler ABI sowie alle notwendigen Komponenten zum Start der 68k- und Z80-Prozessoren. Durch ein angepasstes Linker-Script lassen sich Hardwarefunktionen wie Videospeicher, Register und Ein-/Ausgabe direkt in C ansprechen.
Ein besonderes Highlight: Das Projekt enthält erstmals einen vollständig Open-Source-basierten Audiotreiber inklusive Chiptune-Player speziell für Neo Geo.
Die Präsentation unterstrich erneut die wichtige Rolle freier Software und öffentlich zugänglicher Ressourcen für die Erhaltung und Wiederentdeckung klassischer Retro-Systeme.
