Ein japanischer Modder zeigt, welches Potenzial in der Speichertechnik der neuen Nintendo Switch 2 steckt. Während bereits bekannt war, dass die Konsole auf microSD Express setzt, demonstriert der Entwickler Mizuyoukan nun eindrucksvoll, dass sich sogar eine NVMe-SSD direkt an die Konsole anschließen lässt – ganz ohne Modifikation der Firmware oder spezielle Software-Hacks.
Speicherplatz wird schnell knapp
Mit immer größeren Spielen wächst auch der Speicherbedarf. Viele moderne Titel überschreiten inzwischen problemlos die 100-GB-Marke. Die internen 256 GB Speicher der Nintendo Switch 2 reichen daher für größere Spielesammlungen nur begrenzt aus.
Bisher galt die Nutzung von microSD-Express-Karten als einzige Erweiterungsmöglichkeit – allerdings zu vergleichsweise hohen Preisen.
microSD Express basiert auf PCIe und NVMe
Der entscheidende technische Unterschied liegt im verwendeten Speicherstandard.
Im Gegensatz zur ersten Switch nutzt die Switch 2 microSD Express, das intern auf einer PCIe Gen 3-Schnittstelle basiert und das NVMe-Protokoll verwendet – dieselbe Technik, die auch moderne SSDs in PCs und Handhelds antreibt.
Dadurch verhält sich der microSD-Steckplatz technisch nahezu wie ein versteckter PCIe-Port.
Adapter statt Software-Modifikation
Der Modder entwickelte einen speziellen Adapter, der auf der einen Seite mit dem microSD-Steckplatz der Konsole verbunden wird und auf der anderen einen M.2-2230-NVMe-SSD-Slot bietet – das gleiche SSD-Format, das unter anderem im Steam Deck verwendet wird.
Das Ergebnis: Die Konsole erkennt die SSD automatisch als regulären Speicher.
In der gezeigten Demonstration wurde eine 512-GB-SSD genutzt, von der rund 470 GB im SystemmenĂĽ verfĂĽgbar waren.
Leistung auf microSD-Express-Niveau
Besonders interessant: Die Performance liegt laut Tests auf dem Niveau aktueller microSD-Express-Karten – teilweise sogar leicht darüber.
Selbst nach Systemupdate 22.1.0 blieb die Funktionalität erhalten.
Getestet wurden Ladezeiten unter anderem mit:
- Mario Kart World
- Hyrule Warriors: Age of Calamity
Die Ergebnisse zeigen vergleichbare Ladezeiten zur offiziellen Speichererweiterung.
Deutlich gĂĽnstiger als microSD Express
Der größte Vorteil liegt im Preis-Leistungs-Verhältnis.
Aktuell kosten:
- 256-GB-microSD-Express-Karten etwa 70 €
- NVMe-SSDs mit 1 TB oft ähnlich viel
Dadurch könnte sich künftig eine deutlich günstigere Möglichkeit ergeben, den Speicher der Switch 2 massiv zu erweitern.
Noch experimentell
Der Aufbau ist derzeit jedoch klar auf erfahrene Bastler ausgelegt. Der Adapter ist eine Eigenentwicklung und setzt Kenntnisse in Elektronik sowie Hardware-Modding voraus.
Von einer Plug-and-Play-Lösung ist das Projekt aktuell noch entfernt.
Fazit
Die Demonstration zeigt eindrucksvoll, wie flexibel die Hardware der Switch 2 durch den microSD-Express-Standard tatsächlich ist. Sollte die Community oder Zubehörhersteller diese Idee weiterentwickeln, könnten künftig preiswerte SSD-Erweiterungen für die Konsole Realität werden.
Für Modding-Fans eröffnet sich damit ein spannender Ausblick auf zukünftige Speicherlösungen der nächsten Nintendo-Generation.
