Markus Gaasedelen, leitender Sicherheitsforscher bei RET2 Systems, Inc., wird am Samstag, den 07. März 2026, auf der Konferenz Reverse 2026 einen Vortrag halten.
Thema ist die Xbox One, genauer gesagt seine Arbeit am Bootrom des AMD-SoC der Konsole.
🔍 Kernaussage seiner Präsentation
Seit ihrer Veröffentlichung im Jahr 2013 gilt die Xbox One oft als „unhackbar“.
Hinter diesem Ruf steckt eine extrem komplexe Sicherheitsarchitektur:
- User Mode
- Kernel
- Hypervisor
- System-Firmware
Alle diese Ebenen sind:
- kryptografisch signiert
- durch eine dynamische Schlüsselhierarchie miteinander verknüpft
➡️ Ein Exploit für eine Version erlaubt keinen Zugriff auf zukünftige Updates oder Inhalte.
📜 Rückblick
Im letzten Jahr präsentierte Gaasedelen bereits ein Full-Stack-Reverse-Engineering der originalen Xbox.
🔐 Der entscheidende Schwachpunkt: das Bootrom
Ein einziges kritisches Code-Element entzieht sich dieser Sicherheitskette:
👉 die winzige Boot-ROM des Sicherheitsprozessors,
direkt im maßgeschneiderten AMD-SoC der Xbox One integriert.
Microsoft hat dieses Bootrom als Festung konzipiert:
- extrem minimalistischer, gehärteter Kernel
- spezielle Hardware-Gegenmaßnahmen
- fehlertolerante Softwaremodelle
- zufällige Blockierungen
- mehrschichtige redundante Ausführung
Ziel:
- streng kryptografischer Systemstart
- Schutz selbst gegen dauerhafte physische Angreifer
- Erkennung von:
- Strom-Anomalien
- Speicherfehlern
- Manipulation des Kontrollflusses
🧠 Warum das so besonders ist
Dieses Bootrom gilt als beispielloser Meilenstein in der Plattform-Sicherheit.
Es bietet nur minimale Side-Channels, um sein Verhalten überhaupt zu beobachten.
Jeder Test wird zur mikroskopischen Sonde:
- Sammeln winziger Signalfragmente
- Aufdecken gezielt provozierter Fehler
- Ausnutzen subtiler Nebeneffekte
🎯 Ziel:
Die Kontrolle über den Sicherheitskern zu erlangen und die legendäre
„Chain of Trust“ der Xbox One endgültig zu brechen.
Wenn man dem Herzen des Systems seine Geheimnisse zuflüstert
und es zum ersten Mal antwortet,
wirkt „unhackbar“ weniger wie eine Eigenschaft
– und mehr wie eine Herausforderung.
